Tut Denken weh oder ist es überbewertet?

Selbstmarketing: Lieber bewusst denken als unnötig grübeln. Unsplash.com:milada_vigerova

Grübeln ist nicht Denken! ©unsplash.com/milada_vigerova

„Bewusstsein ist für das Gehirn ein Zustand, der tunlichst zu vermeiden und nur im Notfall einzusetzen ist.“  Gerhard Roth, Gehirnforscher

Denken ist ein umstrittener Begriff. Der Psychologe Kahnemann unterscheidet zwischen eher automatischem, schnellem und wirklich bewusstem, langsamem Denken. Wobei letzteres schon wegen des hohen Energiebedarfs an Glukose seltenst eingesetzt wird. Neuere Studien bestätigen, dass kaum etwas so schwer fällt wie unabgelenktes Denken. (Etwa die Hälfte der Versuchsteilnehmer waren sogar bereit sich, mangels anderer zur Verfügung stehender Möglichkeiten, mit Stromschlägen abzulenken!).

Deepak Chopra gibt an, dass 70.000 Gedanken täglich durch unseren Kopf gehen. Darunter nicht viel Neues und Originelles: Zu 95 Prozent sind die Inhalte, ob bewusst oder unbewusst, tatsächlich diegleichen wie am Tag zuvor. Und der Großteil davon wiederum eher unerfreulich.

Warum Gedankenhygiene wichtig ist und was sie bringt

Meine These: Gerade in Zeiten, wenn wir von melancholischen Gedanken automatisch besonders geplagt und getrieben werden, ist die Investition in ein paar Minuten echt langsames Denken sinnvoll. Wir sind nicht unsere Gedanken. Wir sind mehr. Doch sie haben einen enormen Einfluss auf unsere Gefühle, Gesundheit und Handlungen. Selbst-Bewusstsein heißt, sich seiner Selbst bewusst zu sein. Dazu ist unter anderem bewusstes, langsames Denken unumgänglich. Im passenden Zusammenhang kann das sogar Spaß machen. Deshalb habe ich Selbstmarketing für Schüchterne geschrieben. Schauen Sie, wenn sie mal wieder zu schnell oder unangenehm denken, gelegentlich mal rein.

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