Die zwei Komponenten der Sozialkompetenz. Heute: Durchsetzungsfähigkeit

Sozialkompetenz und Selbstmarketing

Die starke Seite der Sozialkompetenz ©depositphotos.com/Valentyn_Volkov

Nachdem wir im letzten Blog das Sissy-Thema Beziehungsfähigkeit (Yin) behandelten, kommen wir heute zur für viele Menschen spannenderen Hälfte der Sozialkompetenz. Der vermeintlichen Macho-Sache Durchsetzungsfähigkeit (Yang). Spannend für die einen, weil schon bei der Vorstellung eines Konfliktes ihr Angstzentrum sich bis hin zur Ausschaltung des Vorderhirns aktiviert. Für die anderen, weil die motivierende Aussicht auf ein mögliches Kämpfchen, einen sicheren Triumph, eine frischfröhliche Dosis Adrenalin aus dem Nebennierenmark in die Blutbahn freigibt.

Zu welchem Typ gehören Sie?

Ja, zugegeben: Durchsetzungsfähigkeit hat etwas mit Stärke zu tun. Doch nicht unbedingt mit Laut-Stärke. Es geht zunächst um die Stärke der Klarheit. Wo befinden Sie sich gerade jetzt? Was sind die Tatsachen? Was sind lediglich Interpretationen? Was wollen Sie überhaupt durchsetzen? Wo? Bei wem? Und warum? Was sind Ihre konkreten Optionen? Je nachdem wie Ihre Antworten ausfallen, brauchen Sie sich, um eine martialische Metapher zu verwenden, gar nicht auf jedes noch so grausame Schlachtfeld zu begeben, um letztlich doch zu gewinnen.

Sie wollen erst einmal sich selbst durchsetzen? Um die Position zu erreichen, von der aus Sie weiter sehen können? Um das Leben zu führen, für das Sie sich bestimmt fühlen? Auch hier geht es zunächst um Strategie, um mental die Hebel zu finden, die Ihre Kraft und Wirkung punktgenau verstärken. Wie gut kennen Sie sich? Was ist Ihre verwertbare Einzigartigkeit? Wie können Sie mit Ihren Stärken, auch denen, die Sie vielleicht selber noch übersehen, für andere nützlich sein? Wir kommunizieren Sie das in Worten? Wie ist Ihre Haltung dabei? (Hier kommt der Tonus Ihrer Muskulatur zum Einsatz.) Merkt man Ihnen an, wie sehr Sie sich selber dafür was Sie sind und was Sie leisten anerkennen? Oder wirken Ihre Selbstzweifel und Ihre Vagheit auf andere?

Gerade eher zurückhaltende Personen können sich im Vorfeld von als beängstigend wahrgenommenen möglichen Konfliktsituationen vorbereiten. Einmal durch das aufmerksam entspannte Wahrnehmen der Situation, dem Beschäftigen mit den eigenen Stärken und Grenzen, der eigenen Vision und persönlich wirksamen Kommunikationsstrategien. (Tipps für Schüchterne, Hochsensible und Introvertierte gibt’s in Selbstmarketing für Schüchterne.) Zum anderen durch zunehmend mehr gezielte Gesprächs- und Auftrittssituationen. Unnötige Angst davor kann, so eine Studie der Harvard Business School aus dem Jahr 2013, am effektivsten zu freudiger Aufregung umformuliert werden.

Am besten Sie fühlen, nach dem Prinzip „Feel it until you make it“, diese freudige Aufregung, Begeisterung dafür, das durchzusetzen, was Ihnen wirklich wichtig ist, schon jetzt. Geht nicht, sagen Sie? Beim besten Willen nicht? Sie sind ein freier Mensch.

Schreibe einen Kommentar