Authentisch sein – Wie geht das?

authentisch wie geht das 27

Authentisch und frontal: Der David von Michelangelo.

„Marketing ist ganz einfach, man muss nur authentisch sein, gell?“, sagte die Moderatorin zur besten Storytelling-Beraterin der Welt. Ich lauschte, mitten in der Nacht, am anderen Ende der Welt. „Wenn authentisch sein so einfach wäre, würde es jeder tun.“ antwortete Leah Komaiko. Genial, fand ich.

Eine Zeit lang machte ich mir so gar keine Gedanken zum Thema ‚Authentizität‘. Es schien mir, eine dieser üblichen akademischen Diskussionen zu sein. Erschwert dadurch, dass die Wissenschaft authentische Selbstdarstellung nicht verwendet, also im Grunde sogar pseudo-akademisch. Ich selber wünschte mir ohnehin, eher weniger authentisch zu sein. Waren mir doch in meinem Berufsleben nicht nur in einem Gespräch mit einem Vorgesetzten, sondern auch in einem Vorstellungs- und sogar Briefinggespräch schon authentische Tränen in die Augen geschossen. (Mehr dazu in meinen Workshops.)

Die interessantere Definition von Authentizität

Dann, ein paar Monate später, hörte ich ein weiteres Interview mit Leah Komaiko. Ihr Reservoir an brillianten Überlegungen war noch lange nicht erschöpft. Sie benutzte das Wort ‚authentisch‘ diesmal anders. Es ging hier nicht darum, wie man oder frau sich öffentlich professionell darstellt. Sondern darum, für sich selbst herauszufinden, was genau die einzigartige Kombination von Stärken, Gaben und Talenten ist, die die eigene Person ausmacht. Was, detailliertest genau, kann ich, von allem, was ich kann, wirklich und belastbar am besten?

Die Kunst ist wohl, sich diese Frage, ohne jeden Druck, vor allem ohne Leistungsdruck, zu stellen:

  • Zärtlich, aus einer liebevollen achtsamen Präsenz heraus, der tiefsten Ebene der eigenen Existenz.
  • Offen für die Möglichkeit der eigenen Einzigartigkeit und dem Teil davon, von dem die Welt etwas haben kann und will.
  • Und: Detailliert ehrlich sich selbst gegenüber.

Sobald dieses spezielle Können definiert ist, kann immer noch überlegt werden, ob die Information geteilt wird oder nicht. Und mit wem. Das Wissen, um das ganz spezifische eigene Können macht im besten Sinne selbstbewusst. Das bewahrt einen dann vor so einigen schlechten Vorgesetzten, absurden Briefings und vielen unpassenden Vorstellungsgesprächen.

Leah Komaiko schenkte mir, zu allem anderen, noch ein passendes Zitat zur langen Suche nach der spezifischen Einzigartigkeit. Es ist von Michelangelo, dem Schöpfer des authentischen David:

Genie braucht unendliche Geduld.

Schreibe einen Kommentar