Angst-Trigger* Nummer 1: Neues und Unbekanntes

Angst erschwert Selbstmarketing

Z.B. Neuland in Neuseeland. ©depositphotos.com/cmeder

Befürchten Sie jetzt, dass ich hier in „Verlassen Sie Ihre Komfortzone“ einstimme? Dann würden Sie doch hoffentlich gar nicht erst so weit lesen. Den Begriff Komfortzone halte ich für einen Übersetzungsfehler (comfort zone hieße richtiger Wohlfühlzone). Schüchterne und Hochsensible befinden sich ohnehin kaum in einer solchen. Der Psychologe Dr. Jan Schlösser sagte in einer richtungsweisenden Rede, dass er früher bei der Aufforderung wohlmeinender Mitmenschen, „seine Komfortzone doch mal zu verlassen“, diese am liebsten in selbige getreten hätte.

Wo bleibt die Neugier?

Bezeichnet also Toastmasters* „Neues und Unbekanntes“ zurecht als Trigger für Redeangst? Ist dieser Trigger belastbar? Kann er tatsächlich Menschen davon abhalten zu reden, wenn sie das möchten? Oder ist es ein vorgeschobener, falscher Grund? Letzteres. Denn Menschen werden neugierig geboren. Kaum etwas kann sie davon abhalten, Laute von sich zu geben, Sprache zu lernen und sich auszudrücken. Bis ihnen dann der Mund verboten wird oder sie beschämt werden. Von Eltern oder Deutschlehrern zum Beispiel. Doch dann ist die Angst, die davon abhält, öffentlich zu reden, nicht die vor Neuem und Unbekanntem. Sondern die vor gespeicherten Erinnerungen, die nach wie vor wirken, und allzu Bekanntem. Dagegen gibt es Techniken, auch Selbsthilfe-Techniken, die Hemmungen aus der Vergangenheit räumen und Lust auf Zukunft, neugierig, machen. Also: Nur Mut. Neues und Unbekanntes lässt sich auch positiv erwarten und erleben.

* Angst-Trigger (in Bezug auf öffentliches Reden) zitiert aus Controlling your Fear aus der Better Speaker Series von Toastmasters International, Mission Viejo, USA, 2011

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